Neueste Zahlen werfen – wieder einmal – kein gutes Licht auf den Flughafen BER. Sie zeigen, wie unzufrieden viele Reisende sind und was das für Folgen haben kann. Und die sind enorm, zumindest für das nahegelegene Gericht in Königs Wusterhausen (Brandenburg).
Was es damit auf sich hat, dazu jetzt mehr.
Flughafen BER: Neue Zahlen legen Klagen von Passagieren offen
Dass viele Passagiere unzufrieden mit dem Flughafen BER sind, ist nichts Neues. Immer wieder echauffieren sich Reisende über den Airport in Schönefeld. Dabei geht es immer wieder um die Sicherheitskontrollen, die Mitarbeiter, aber auch das Flugangebot an sich. Neueste Zahlen überraschen daher kaum – auch, wenn sie sich nicht gegen den Flughafen als solchen, sondern die Airlines richten.
Sie legen offen, wie viele Klagen es von Fluggästen im vergangenen Jahr gegeben hat. Und so viel vorneweg: Es waren einige. Und der Trend zeigt klar, wohin die Entwicklung geht. Laut dem Gerichtsdirektor in Königs Wusterhausen, Stephan Lehmann, nimmt die Anzahl der Fluggast- und Reiserechtssachen seit Jahren zu.
Gericht ist schon jetzt besonders belastet
2024 verzeichnete das Amtsgericht Königs Wusterhausen knapp 15.500 Fälle, wie jetzt bekannt wurde. Im Vorjahr waren es noch knapp 14.000 gewesen, 2022 rund 7.000. Folgen des wieder gestiegenen Reiseaufkommens nach der Corona-Pandemie, wie Stephan Lehmann vermutet.
+++ Flughafen BER reagiert auf Kritik – das könnte die Pläne vieler Reisender ändern +++
„Ich gehe davon aus, dass sich diese Entwicklung verfestigen wird, sofern der Flugverkehr am Flughafen BER gleich bleibt oder gar zunimmt“, so der Gerichtsdirektor. Für das Amtsgericht Königs Wusterhausen würde dies zunehmende Herausforderungen nach sich ziehen. Schon jetzt gehört es zu den besonders belasteten Gerichten in Deutschland, wie eine Umfrage der „Deutschen Richterzeitung“ bei den Gerichten an den Standorten der 20 größten Flughäfen in Deutschland ergab.
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Ein KI-Projekt soll für Entlastung sorgen. In Kürze soll es einen ersten Testlauf geben, der im Idealfall zu einer schnelleren Abarbeitung der Verfahren und einem geringeren Personalbedarf führt. (mit dpa)