Wenn im Herbst die NFL in Berlin spielen wird, dürfte die Hauptstadt komplett im Football-Fieber versinken. Aber auch abseits der härtesten Liga der Welt wird hierzulande schon seit Jahrzehnten American Football gespielt wird. Allein in der Spreemetropole gibt es mit den Thunder, den Adler, und den Rebels drei traditionsreiche Football-Teams, die in drei unterschiedlichen Ligen um Touchdowns, Siege und Meisterschaften kämpfen.
Der Berliner Lenny Krieg zählt zu den talentiertesten Kickern Deutschlands und hat es als Spätstarter von den Adlern über die Stuttgart Surge bis in die USA geschafft. Hier trainiert er aktuell für seinen großen Traum von der National Football League. Im Gespräch mit BERLIN LIVE hat der 22-Jährige jetzt verraten, wie er es vom BFC Dynamo nach Florida geschafft hat.
Der Berliner Lenny Krieg trainiert aktuell in Florida für seinen Traum von der NFL
„Ich war auf der Suche nach einem neuen Teamsport“, so Lenny Krieg zu BERLIN LIVE. „Und mein Bruder, Jaycee Krieg, hat damals bei den Adlern in der U19 gecoached.“ Bei den Traditionsmannschaft hat er sich dann schnell als absolutes Ausnahmetalent erwiesen. Auch wenn er zugeben muss, dass der Wechsel zum American Football durchaus sein Tücken hatte. „Die größte Umstellung war es, im Training Englisch zu sprechen und die Mitspielernamen von so einer großen Mannschaft zu lernen.“
Auch wenn er mit 19 Jahren erst zum Football kam, hat sich der Reinickendorfer schnell als echtes Ausnahmetalent erwiesen. Von Berlin wechselte er 2023 zu den Stuttgart Surge in die European League of Football (ELF). Ein wichtiger Schritt in der Karriere des jungen Kickers.
„Es hat meiner Entwicklung sehr gut getan, Football in einem neuen Umfeld, in einer neuen Stadt und Mannschaft zu spielen“, so Krieg. „Die ELF ist Europas größte Bühne und ich hatte das Glück, zwei Jahre unter Coach Jordan Neuman und seinem großartigen Trainerstab in einer tollen Mannschaft zu spielen.“
Von Reinickendorf über Stuttgart ins International Pathway Program der NFL
Aktuell trainiert der Berliner Shootingstar in Florida beim IPP. Im International Pathway Program der NFL werden schon seit Jahren talentierte Nachwuchsspieler für ein spezielles Auswahltraining vorbereitet. Die besten von ihnen können sich hierüber einen Vertrag in der National Football League erkämpfen.
Ähnlich wie schon bei Jakob Johnson (Houston Texans) oder Marcel Dabo (Indianapolis Colts) wird es für Lenny Krieg Ende März ums große Ganze gehen – denn dann wird er für die NFL-Teams eine Art Probetraining absolvieren. Was für ein talentierter Kicker Lenny Krieg ist, hat er kürzlich beim Combine in Indianapolis gezeigt, wo er als einziger Kicker bei allen 14 Field-Goal-Versuchen erfolgreich war.
„Es war ein Erlebnis, das ich definitiv nicht vergessen werde“, erklärte Krieg. „Mir hat es riesigen Spaß gemacht in diesem wunderschönen NFL-Stadion (Lucas Oil Stadium) zu kicken und ich habe jeden Moment genossen.“ Auch der Ex-Profi und heutige TV-Moderator Pat McAfee hat sich das Training der jungen Footballtalente aus nächster Nähe angeschaut. „Er hatte am Ende eine Ansprache gegeben und war froh die „nächste Generation“ gesehen zu haben, bevor es dann für einige weiter Richtung NFL geht.“
Auch abseits der NFL startet im Frühjahr wieder die Football-Saison in Berlin
Als langjähriger Football-Fan freut sich natürlich auch Lenny Krieg, dass die National Football League seit einigen Jahren in Deutschland ihre Spiele austrägt. „Ich denke, dass die vergangenen NFL-Deutschland Spiele ein Erfolg waren. Die NFL macht einen sehr guten Job, um den Sport und die NFL-Experience (für Spieler und Fans) zu globalisieren. daher finde ich es super, dass es ein Spiel in meiner Heimat Berlin gibt.“
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Wer Lust hat, schon vor den NFL-Spielen in Berlin Football-Luft zu schnuppern, sollte sich vielleicht einmal ein Spiel der Adler im Stade Napoleon anschauen. Auch wenn der traditionsreiche Ex-Meister vergangener Jahr aktuell nur noch unterklassig spielt, ist die Stimmung auf dem ehemaligen Trainingsgelände der französischen Armee immer einen Besuch wert.
„Ich persönlich bin ein großer Fan von dem Event-Setting beim American Football“, erklärte der Lenny Krieg gegenüber BERLIN LIVE. „Alles ist sehr friedlich und gemeinschaftlich, es gibt coole Musik und man verbringt einen coolen Tag mit einem tollen Sport. Viele Fans finden Gefallen an der Tailgaiting-Kultur, was cool zu sehen ist.“