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Berlin: Überfall auf Geldtransporter – dieses Verbrechen ist kein Einzelfall

In den letzten Jahren kam es in Berlin immer wieder zu Überfällen auf Geldtransporter. Die Täter waren dabei meist bewaffnet.

© imago images/Stefan Zeitz

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Am späten Sonntagabend (23. März) haben Kriminelle in Berlin wieder zugeschlagen. Ihr Ziel: Ein Geldtransporter in Marzahn. Mehrere offenbar mit Kalaschnikow-Maschinenpistolen bewaffnete Unbekannte sollen den Wagen gegen 22.40 Uhr zunächst gerammt und anschließend gewaltsam aufgebrochen haben. Nach ihrer Tat flüchteten sie. Die Polizei sucht unter Hochdruck nach ihnen.

Längst kein Einzelfall in der Hauptstadt, wie die vergangenen Jahre zeigen. Immer wieder stehen Geldtransporter im Visier von Kriminellen und werden überfallen. Die Täter gehen dabei oft brutal vor und nehmen Opfer in Kauf.

Berlin: Überfälle auf Geldtransporter in den letzten Jahren

Der jüngste Überfall auf einen Geldtransporter in Berlin am Sonntagabend reiht sich ein, in eine Serie von Vorfällen der letzten Jahre. Die mit jeder Menge Geld beladenen Fahrzeuge stehen regelmäßig im Mittelpunkt von spektakulären Kriminalfällen, die die Hauptstadt in Atem halten. Ein Überblick über die letzten Jahre.

19. Februar 2021: Als ein Koffer mit Geld vor einer Volksbank am Kurfürstendamm an den Fahrer eines Transporters übergeben wird, liegen fünf Täter bereits auf der Lauer, vier von ihnen stürmen dazwischen. In knall orangefarbenen Anzügen und mit Schreckschusspistolen und Pfefferspray bewaffnet, gelingt es ihnen den Mitarbeitern des Geldtransporters, ihre Waffe abzunehmen und den Koffer in ihren Besitz zu bekommen. Darin befinden sich zu dem Zeitpunkt über 600.000 Euro, mit denen die Räuber flüchten. Einer von ihnen ist, Muhamed R., Neffe von Berlins Clan-Oberhaupt Issa Remmo.

Täter setzen auf Reizgas

7. Februar 2022: Tatort Neukölln. Ein Mitarbeiter eines Geldtransporters hatte gerade einen Geldkoffer aus einem Supermarkt geholt und war dabei, diesen in einem Fahrzeug zu verstauen, da wurde er Opfer eines Überfalls. Mindestens von zwei Personen wird er dabei unter Vorhaltung einer Waffe angegriffen. Einer von ihnen sprüht ihm Reizgas ins Gesicht. Schließlich ergreifen die Täter samt Geldkoffer die Flucht.

29. Juni 2022: Vier Personen, darunter zwei Wachleute und zwei Bankmitarbeiter, werden in Wilmersdorf verletzt, als sie überfallen und mit Reizgas attackiert werden. Die Täter geben dabei offenbar auch Schüsse ab. Hintergrund war wohl die Übergabe eines Geldkoffers, den die Angreifer im Visier hatten und mit dem sie am Ende auch davonkommen.

Mitarbeiter von Geldtransportern sind in der Regel bewaffnet

30. Januar 2023: Auf dem Gelände des Virchow-Klinikums in Berlin-Wedding bedrohen zwei Bewaffnete den Fahrer eines Geldtransporters. Er folgt daraufhin der Aufforderung der Täter, öffnet die Seitentür und verschafft ihnen damit Zugang zum Transporter. Sie schnappen sich mehrere Geldkassetten und rasen mit einem Auto davon.

11. Dezember 2024: In Charlottenburg fallen Schüsse, nachdem zwei Personen zwei Geldboten eines Sicherheitsunternehmens in einer Bank überfallen und zur Herausgabe von Geldkassetten aufgefordert haben. Nachdem eine andere Person im Geldtransporter sie bei ihrer anschließenden Flucht hindern will, schießen sie auf diese. Das Sicherheitsglas des Fahrzeugs hält stand, wodurch der Fahrer unverletzt bleibt. Die Täter machen sich mit den Geldkassetten aus dem Staub.


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Mitarbeiter von Geldtransportern sind in der Regel bewaffnet, um abzuschrecken. Dass dies aber nicht immer Wirkung zeigt, machen die Überfälle aus Berlin deutlich. Ein effektiver und vollumfänglicher Schutz scheint unmöglich, und genau das scheinen Kriminelle immer wieder auszunutzen.