Veröffentlicht inAktuelles

Berlin: Angriffe auf Klinikpersonal – die Zahlen steigen dramatisch

Krankenhaus-Mitarbeiter haben es in Berlin nicht einfach. Neben dem täglichen Stress müssen sie auch vermehrt mit Angriffen rechnen.

© imago images/Die Videomanufaktur

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Funktion, denn sie retten tagtäglich vielen Menschen das Leben. Nichtsdestotrotz wird das nicht von allen Berlinern wertgeschätzt.

Wie eine neue Statistik offenbart, kommt es zu immer mehr Angriffen auf Klinikpersonal. Die Zahlen steigen signifikant in die Höhe.

Berlin: So viele Angriffe auf Klinikpersonal gab es im vergangenen Jahr

Dieses Video ging viral: In der vergangenen Silvesternacht schlugen im Sana-Klinikum Lichtenberg drei Brüder auf einen Arzt und einen Krankenpfleger ein. Doch das ist bei Weitem kein Einzelfall. Wie der „Tagesspiegel“ aus einer unveröffentlichten Antwort von Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) berichtet, kam es 2023 in der Hauptstadt zu mehr als 11.300 Polizeieinsätzen vor oder in Krankenhäusern. In 188 dieser Fälle waren die direkten Opfer Sanitäter oder Pflegekräfte. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 162 Attacken dieser Art.


Auch interessant: „Berlin – Tag & Nacht“-Star Jeanne Zeitler – SO feierte sie ihren Geburtstag


Bei den Delikten ist die gesamte Bandbreite vertreten: von Körperverletzung, Nötigung und Sexualdelikten bis hin zu Diebstählen sowie Bedrohungen. Eine andere Statistik zeigt, welche Klinik am häufigsten zum Tatort wurde. Demnach ist das Vivantes-Klinikum in Friedrichshain mit 735 Vorfällen tragischer Spitzenreiter. Anschließend kommen das Evangelische Krankenhaus Herzberge in Lichtenberg (708) und das Vivantes-Urban-Klinikum in Kreuzberg (686). Doch die Liste ist nicht vollständig. So fehlt beispielsweise die Vivantes-Klinik in Neukölln, in dem es zu sehr vielen Polizeieinsätzen gekommen sein soll.

SO soll es weitergehen

Dass eine solche Entwicklung dauerhaft nicht tragbar ist, ist für viele Politiker klar. „Der Schutz der Beschäftigten im Rettungswesen und den Kliniken muss Priorität haben“, erklärt deshalb der CDU-Rechtsexperte Alexander J. Herrmann. „Die bisherigen Einzelmaßnahmen reichen leider nicht aus. Die Gesundheitssenatorin muss gemeinsam mit Polizei und Krankenhausbetreibern ein wirksames Sicherheitskonzept erarbeiten“, präzisiert der 48-Jährige.


Mehr News aus Berlin:


Es bleibt zu hoffen, dass fruchtbare Konzepte erarbeitet werden, die das leibliche Wohl des Klinik-Personals nachhaltig schützen können.