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Berlin: Terror an Weihnachten – wie gefährdet ist die Hauptstadt?

Womöglich wurde ein Anschlag in Köln und Wien vereitelt. Wie schätzen die Behörden die Terror-Gefahr in Berlin ein? 

© IMAGO/Jürgen Held

Zwei Tote nach Angriff in Brüssel - Täter wohl von IS inspiriert

Bei einem Schusswaffenangriff in der belgischen Hauptstadt Brüssel sind zwei Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Täter befand sich zunächst auf der Flucht. Regierungschef Alexander De Croo beschrieb den Angriff als "Terrorismus".

Die vorweihnachtliche Zeit war in diesem Jahr auch geprägt von Anschlagsplänen auf Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland. Vor nicht einmal einer Woche gedachte man in Berlin den Opfern des Terroranschlages vom Breitscheidplatz vor sieben Jahren.

Nach Hinweisen auf einen möglichen Anschlagsplan einer islamistischen Gruppe in Köln und Wien stellt man sich nun auch in Berlin die Frage: Wie hoch ist die Gefährdungslage in Berlin?

Berlin: Derzeit keine akute Gefährdung

Auf Anfrage der dpa sagte eine Sprecherin der Berliner Innenverwaltung am Sonntag, dem 24. Dezember (Heiligabend): „Die Gefährdungsbewertungen werden fortwährend überprüft und Sicherheitsmaßnahmen gegebenenfalls flexibel und individuell angepasst.“

Aktuell hätten zudem die Gefährdungsbewertungen des Landeskriminalamts und des Bundeskriminalamts zum Nahostkonflikt unverändert Bestand. „Es gibt weiterhin eine abstrakt hohe Gefährdungslage.“ Innensenatorin Iris Spranger (SPD) erklärte: „Die Sicherheitsbehörden stehen auf nationaler und internationaler Ebene im engsten Austausch.“

Terroranschlag in Köln und Wien?

Am Samstag, dem 23. Dezember verschärfte man die Sicherheitsmaßnahmen am Kölner Dom in Nordrhein-Westfalen, nachdem Hinweisen auf einen möglichen Anschlagsplan einer islamistischen Gruppe eingegangen waren. Kölner Polizisten durchsuchten am Samstagabend die Kathedrale. Dabei fanden Sprengstoffspürhunde nach Informationen der dpa aus Sicherheitskreisen nichts.

Dennoch zieht man in der Domstadt Konsequenzen. An Heiligabend werden alle Besucher von der Polizei kontrolliert werden. Nach dpa-Informationen hatten die Sicherheitsbehörden zudem Hinweise, dass auch eine Kirche in Wien mögliches Ziel der Gruppe war. Auch in Österreich ist man darum in Alarmbereitschaft.


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Am 14. Dezember waren unter anderem in Berlin mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Hamas festgenommen worden. Sie sollen nach Waffen gesucht haben, die für mögliche Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa bereitgehalten werden sollten. Konkrete Erkenntnisse zu Anschlagsplanungen mit Berlin-Bezug gebe es nicht, hieß es dazu aus Sicherheitskreisen. (mit dpa)