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Berlin: Tigermücke erobert die Hauptstadt – Experten bleiben skeptisch

Sie ist zwar nur wenige Millimeter groß, könnte aber eine Gefahr für Berlin darstellen. Die Rede ist von Tigermücken. Trotz ihrer Ausbreitung in der Hauptstadt und Warnungen von Epidemiologen sehe einige Bezirke offenbar keinen Handlungsbedarf.

© IMAGO/blickwinkel

Was hat denn da zugestochen? Insektenstiche erkennen!

Sommerzeit ist Stichzeit. Doch welches Insekt hat da eigentlich zugestochen? Insektenstiche erkennen!

Die wärmeren Temperaturen, die durch den Klimawandel in Deutschland herrschen, haben zahlreiche negative Folgen. Eine davon ist auch die Ausbreitung von Tierarten, die ursprünglich gar nicht in der Bundesrepublik beheimatet sind. Darunter auch die Tigermücke, welche die Hauptstadt erobert. Dennoch bleiben Experten skeptisch.

Bei der Tigermücke handelt es sich um ein 3 bis 8 Millimeter großes Insekt. Charakteristisch ist ihre schwarz-weiße Musterung. Beheimatet war die Tigermücke ursprünglich in Südostasien. Neben dem Klimawandel tragen auch Warenhandel und Reiseverkehr zur Ausbreitung der Tigermücke in der ganzen Welt bei. Seit 2017 gibt es Tigermücken auch in Berlin.

Berlin: Ausbreitung tropischer Krankheiten droht

Die Gefahr der Tigermücken besteht vor allem in der Übertragung von Viren, die tropische Krankheiten, wie Dengue, West-Nil-, Chikungunya- und Zika-Fieber auslösen können. Außerdem sticht die Tigermücke öfter, als andere Mückenarten. Epidemiologe Daniel Sagebiel vom Landesamt für Gesundheit und Soziales warnt daher gegenüber dem „Tagesspiegel“, es können schon in den nächsten Jahren, durch die weitere Ausbreitung der Tigermücke, gefährliche Infektionen mit tropischen Krankheiten drohen.

Eine Gefahr, die also bekannt ist. Sagebiel erklärt: „Wir haben schon im Februar sowohl die Senatsgesundheitsverwaltung als auch die Bezirke umfassend über die drohende Gefahr informiert. Dabei haben wir vorgeschlagen, die Tigermücke so zu bekämpfen, wie es anderswo erfolgreich getan wird – etwa in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz.“ So können Brutstätten (meist offene Wasserstellen) entfernt und gegebenenfalls auch ein biologisches Larvizid eingesetzt werden. Bei einem Larvizid handelt es sich um einen larventötenden Bazillus.

Nicht alle Bezirke sehen Gefahr

Eine Bekämpfung, der sich weiter ausbreitenden Tigermücke, sehen einige Bezirke wohl als nicht notwendig an. Im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ sagt Epidemiologe Sagebiel dazu: „Leider halten es viele Bezirksämter nicht für erforderlich, Larvizide einzusetzen oder auch nur zur Verfügung zu stellen.“ Und weiter erklärt er: „Einige Gesundheitsämter sehen zwar das Problem, wollen es den betroffenen Gartenbesitzern aber selbst überlassen, ob und wie sie gegen die Tigermücke vorgehen – dabei raten wir dringend zu einem Einsatz unter Expertenbegleitung.“


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Vor kurzem erst wurde die Tigermücke im Bezirk Treptow-Köpenick nachgewiesen. Zur Bekämpfung dieser arbeitet das Gesundheitsamt dort eng mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales zusammen.


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