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Miete in Berlin: Kotti-Anwohnerin in großer Sorge – „Sehr viele vertrieben worden“

Der Kiez rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg steht vor einer gewaltigen Veränderung. Eine Mieterin hat nun über ihre Ängste und Nöte gesprochen.

Miete in Berlin
© imago images/Joko

Miete in Berlin: Wohnen wird immer teurer

Berlin war mal ein gutes Pflaster für günstige Mieten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Jahr 2012 haben sich die durchschnittlichen Wohnungspreise in der Hauptstadt von 6,65 Euro pro Quadratmeter auf 12,92 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.

Die Miete in Berlin ist wohl für die meisten Bürger in der Hauptstadt ein wichtiges Thema. Vor allem sozial schwache Menschen trifft es hart, wenn sie immer weniger Geld am Ende des Monats übrighaben.

Viele von ihnen leben in Kreuzberg am Kottbusser Tor – auch als Kotti bekannt. Ein Ort, an dem es viele Sozialwohnungen gibt. Doch das soll sich jetzt ändern. Eine Anwohnerin hat nun über ihre Ängste und Nöte gesprochen.

Miete in Berlin: Es geht um den Kotti

Das Y-Kollektiv, ein Format von „funk“, hat sich jetzt in einer Reportage bei den Anwohnern am Kotti wegen der Miete informiert. Über 8.000 Berliner leben im Kiez rund um den Kotti, viele von ihnen in Sozialwohnungen. Eine davon ist die 60-jährige Deutschtürkin Zerah, die als Krankenpflegerin in einer Klinik arbeitet.


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Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer 17-jährigen Tochter in einer Sozialwohnung. In den kommenden zehn Jahren sollen viele Wohnungen ihren Sozialstatus verlieren. Dies könnte dazu führen, dass die Mieten stark ansteigen und die Bewohner den Anspruch auf Mietzuschüsse verlieren.

Anwohnerin spricht Klartext

„Es ist, als ob man einem den Hals zudrückt“, erklärt Zerah gegenüber der Reporterin. „Wir können jetzt zwar noch atmen, aber danach können wir nur noch schnappatmen. Als ob du im Wasser bist und auf einen Rettungsring wartest.“

Zerah hat schon mitbekommen, dass Leute sich die Miete in Berlin nicht mehr leisten konnten und deswegen wegziehen mussten: „Es sind sehr viele vertrieben worden und gehen immer weiter weg, weil sie in der Stadt keine Wohnung finden. Denn wir haben auch extrem hohe Mieten.“


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Zusätzlich zur Miete in Berlin macht den Menschen am Kotti auch der Zustand der Wohnungen zu schaffen. „Wir hatten am Wochenende kein warmes Wasser. Zwei Häuser weiter, in der Eckwohnung, funktioniert seit einem Monat der Aufzug nicht“, berichtet Zerah. – Einfach traurig, dass in einer Metropole wie Berlin so hart mit den Mietern umgesprungen wird.