Die Wohnungssuche in Berlin ist eine Katastrophe. Das ist längst bekannt und wird regelmäßig thematisiert. Was hingegen aufgrund der angespannten Situation auf dem Mietmarkt schnell in den Hintergrund rückt, sind die Vermieter und ihre Probleme.
Denn auch, wenn sie vermeintlich gut dastehen und sich von hunderten Interessenten für eine Wohnung einen aussuchen können, landen sie nicht immer einen Glückstreffer. Die Folge: Nicht alles läuft glatt und am Ende führt oft kein Weg an der Kündigung des Mieters vorbei. Weigert dieser sich daraufhin auszuziehen, folgt in der Regel eine Räumungsklage. Ein Mittel, das besonders in einem Bezirk vergangenes Jahr zum Einsatz kam.
Miete in Berlin: Mehr als 7.500 Räumungsklagen 2024
Eine Räumungsklage will niemand im Briefkasten vorfinden. Doch die Realität ist, dass auch in Berlin immer wieder Mieter genau mit dieser Situation konfrontiert werden. Allein im vergangenen Jahr mehr als 7.500, wie aus einer Antwort des Senats und der Justiz auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht.
Offengelegt wurde darin auch, wie sich diese Anzahl auf die einzelnen Bezirke aufteilt. Einer hat dabei die Nase ganz weit vorne. Dort scheint es Mietern in Berlin besonders oft an den Kragen zu gehen, mit 2.568 Räumungsklagen.
Hier gab es die meisten Räumungsklagen
Es handelt sich dabei um Neukölln. Hier griffen Vermieter mit Abstand am meisten zu dem Mittel im vergangenen Jahr. Auf Platz zwei folgte Lichtenberg mit 1.133 Räumungsklagen und dahinter Kreuzberg mit 816. Am wenigsten fürchten mussten sich 2024 offenbar Mieter in Spandau. In dem Bezirk am Stadtrand gab es gerade einmal 211 Räumungsklagen.
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Zu wie vielen Räumungen es in der Folge in den einzelnen Berliner Bezirken tatsächlich kam, ist nicht bekannt. Diese Daten werden nicht erhoben. Aus Mitteilungen der Bezirke wird aber deutlich, dass die Anzahl deutlich niedriger gewesen sein dürfte als die der Klagen.
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Die Räumungsklage ist für Vermieter meist das letzte Mittel, wenn ein Mieter nicht auszieht oder keine Miete bezahlt. Erhält ein Mieter eine solche, hat er die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und sich zu verteidigen oder beispielsweise die Mietschulden zu begleichen. (mit dpa)