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Miete in Berlin: Geht’s noch? Heftige Heizkosten-Nachzahlung für tote Verwandte

Dieser Trauerfall ist für zwei Berliner nicht bloß emotional schwer zu verkraften. Auch finanziell müssen sie tief in die Tasche greifen.

© IMAGO/Michael Gstettenbauer

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Seit Beginn des Ukraine Kriegs im Februar 2022 sind die Folgen auch in Deutschland stark zu spüren. Die Preise für alltägliche Dinge wie Lebensmittel kletterten zeitweise in schwindelerregende Höhe. Doch nicht nur das, auch Heizen ist seither ein teures Gut.

Zwei Berliner haben dies jetzt deutlich zu spüren bekommen. Nach Erhalt der Betriebskostenabrechnung für ihre verstorbene Verwandten müssen sie jetzt tief in die Tasche greifen. Wie kann das sein?

Mieter in Berlin sind schockiert

Eine Beerdigung ist teuer. Bestatter, Sarg, Verpflegung für die Trauergäste. Das alles kann gerne tausende von Euro kosten. Wer Glück im Unglück hat, kann dafür das hinterbliebene Erbe nutzen. Wer Pech hat, muss eigene Ersparnisse opfern.

Doch für zwei Berliner galt es nicht nur, die Organisation dessen zu wuppen. Sie werden jetzt auch noch zusätzlich von den Vermietern ihrer verstorbenen Väter zur Kasse gebeten.

Massive Heizkosten-Nachzahlungen gefordert

Daniela Meißner ist kaufmännische Angestellte. Ihr Vater starb 2022. Bis dahin wohnte er knapp ein Jahrzehnt „in einer 40 Quadratmeter großen Wohnung der Degewo in Lichtenrade“, berichtet die „B.Z.“ Die Betriebskostenabrechnung ihres Vaters erreichte die 56-Jährige kurz vor Silvester. „Inklusive einer Nachforderung für die Wohnung“ muss sie jetzt ganze 1.540,21 Euro an die Degewo zahlen.

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Und das, obwohl ihr Elternteil sehr auf Kostensenkung bedacht war: „Er hat meistens nur die Heizung angedreht, wenn ich zu ihm zu Besuch kam“, erklärt Daniela Meißner gegenüber der „B.Z.“

Miete in Berlin: „Im Schlafzimmer wurde überhaupt nicht geheizt“

Auch Uwe Friedrich aus Tegel ist betroffen. Er berichtet: „Mein Vater ist vergangenen Februar verstorben und ich muss jetzt für die Heizkostennachzahlung in seiner alten Wohnung aufkommen.“ In seinem Fall sind es sogar 2.118,94 Euro.

Dem Rentner erscheint diese Forderung extrem hoch. Er berichtet, sein Vater wäre zwar zuhause gepflegt worden, doch die Heizung im Schlafzimmer der 59 Quadratmeter großen Wohnung sei nie gelaufen. Er war Mieter in Berlin bei der Gewobag.


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Wie viele sind nun auch die beiden verstorbenen Männer beziehungsweise ihre erwachsenen Kinder Opfer der Heizkosten-Krise. „Die hohen Nachzahlungen seien das Ergebnis der massiven Kostensteigerungen bei Brennstoffen im Jahr 2022“, heißt es von der Degewo und der Gewobag auf Anfrage der „B.Z.“ Und weiter: „Als Vermieter sollen sie auf diese Entwicklungen keinen Einfluss gehabt haben.“

Die Nachzahlung reißt bei den beiden Mietern in Berlin ein tiefes Loch in die Haushaltskasse. Daniela Meißner sieht nun als einzige Lösung, einen Mieterverein zu Rate zu ziehen und sich dort Hilfe zu suchen.