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Neukölln: Mercedes-Fahrer tötet Rollerfahrer – und bekommt nur Geldstrafe

In Berlin kommt es immer wieder zu tödlichen Verkehrsunfällen. Jetzt wurde ein Neuköllner verurteilt, weil er in tödlichen Dooring-Unfall verursacht hat.

© IMAGO/Bihlmayerfotografie

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Dieser Fall aus Neukölln ist typisch und traurig zugleich. Ein sorgloser Autofahrer tötet durch sein unachtsames Handeln einen Rollerfahrer. Und bekommt hierfür vom Gericht eine relativ lasche Strafe aufgebrummt.

Im Hauptstadtverkehr geht es von Jahr zu Jahr ruppiger zu. Gegenseitige Rücksichtnahme – Fehlanzeige! Im wieder sterben in Berlin Menschen, weil sie hier sprichwörtlich unter die Räder kommen.

Neuköllner Mercedes-Fahrer tötet Rollerfahrer – Dooring!

Am 8. Oktober 2022 fuhr ein 55-Jähriger mit einem E-Scooter durch Neukölln, als er in der Hermannstraße von einem unachtsamen Autofahrer umgerammt wird. Der 32-Jährige hatte seinen Mercedes am Seitenrand abgestellt und seine Autotür beim Aussteigen ohne zu gucken geöffnet. Der Scooter-Fahrer hatte keine Chance.

Ein sogenannter „Dooring“-Unfall, der in diesem Fall tödlich endete. Das Opfer war durch den Unfall so schwer verletzt worden, dass es im Krankenhaus an den Folgen des Crashs verstarb. Ganze sieben Monate hatten die Ärzte um das Leben des Scooter-Fahrers gekämpft. Vergeblich.

Lasche Strafe für den Angeklagten

Wie die „B.Z.“ berichtet, ist der Autofahrer jetzt wegen fahrlässige Tötung zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt worden. Außerdem erhielt er ein einmonatiges Fahrverbot. In seinem Urteil erklärte der Richter zwar, dass sich der aussteigende Autofahrer, umsichtiger hätte verhalten müssen, trotzdem gab es wieder Mal nur eine verhältnismäßig geringe Strafe.

Für die Witwe des Opfers bietet dies Urteil nur bedingt viel Trost. In ihren Augen sei es klar, dass ihr Mann noch leben könnte, wenn sich der Mercedesfahrer an die Gesetze gehalten hätte. Da hilft es auch wenig, das sich Täter und Opfer sehr gut kannten. Wie die „B.Z.“ berichtet, war der Mercedes-Fahrer nämlich auch der Friseur des Scooter-Fahrers.


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