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Berlin: Kriminalitätsstatistik 2023 – mehr Gewalttaten mit Messern und Schusswaffen

Die Berliner Polizei gab erste Zahlen zur Kriminalitätsstatistik 2023 heraus. Bei der Zunahme an Straftäten dürften viele beunruhigt sein.

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Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Das Deutschlands Hauptstadt Berlin nicht sicher vor Kriminellen ist, dürfte niemanden überraschen. Täglich ereignen sich jede Menge Straftaten in der Stadt. Die jährliche Kriminalstatistik der Berliner Polizei liefert konkrete Zahlen.

Inzwischen liegen vorläufige Daten für 2023 vor und die zeichnen kein gutes Bild ab. Die Menschen dürften aufhorchen.

Berlin: Bei diesen Taten gab es den größten Anstieg

Die Polizei verzeichnete einen deutlichen Anstieg bei den Gewalttaten in Berlin im vergangenen Jahr. So stieg die Zahl der statistisch erfassten Straftaten um circa drei Prozent auf 535.000. Besonders in zwei Bereichen gab es eine erhebliche Zunahme.

Viel mehr Gewalttaten als noch 2022 ereigneten sich demnach in Flüchtlingsheimen. Hier stieg die Zahl um fast 50 Prozent, während sich die Zahl der Flüchtlinge um etwa 21 Prozent erhöhte. Ebenfalls einen enormen Anstieg gab es bei Einbrüchen. Einbrüche in Speicher und Keller stiegen um 46 Prozent, Einbrüche in Wohnungen und Autodiebstähle um jeweils 36 Prozent.

Neuer Höchststand in mehreren Bereichen

Im Bereich der Nötigungen und Bedrohungen registrierte die Berliner Polizei, insbesondere bei Straftaten gegen die persönliche Freiheit, ein Plus von 17 Prozent. Mitverantwortlich dafür sei die Klimaschutzgruppe Letzte Generation, bei deren gewaltfreien Straßenblockaden es sich im juristischen Sinne häufig um den Vorwurf der Nötigung handele.

Bei Straftaten wie Raub und Körperverletzungen stieg die Zahl um etwa zehn Prozent. Außerdem nennenswert sind Schulen, wenn es um Gewaltdelikte geht. 2022 hatte es bereits einen Höchststand bei Straftaten an Schulen gegeben, der 2023 nochmal um fast zwölf Prozent zunahm. Hervorzuheben sind die darin enthaltenen Rohheitsdelikte, die um nahezu 23 Prozent stiegen. Unklar ist dabei allerdings, ob die Gewalt an Berlins Schulen wirklich gestiegen ist oder ob mehr Fälle bei der Polizei angezeigt wurden.

Trotz Anstieg der Straftaten in Berlin: DAS musst du beachten

Auch bei häuslicher Gewalt gab es 2022 einen Höchststand, der sich 2023 nochmal um fast 10 Prozent erhöhte. Das gleiche Bild zeigte sich bei Straftaten mit Messern, wo im vergangenen Jahr ein trauriger Rekord von etwa 3.550 Taten verzeichnet wurde. Gestiegen ist auch die Zahl der Taten, bei denen die Verdächtigen Schusswaffen zur Hilfe nahmen. Außerdem zugenommen hat die Jugendgruppengewalt mit 13 Prozent im Vergleich zu 2022.


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Diese Anstiege mögen auf den ersten Blick erschreckend wirken, doch um die Zahlen richtig zu bewerten, sollte man sich mehrere Dinge bewusst sein: In den Jahren der Corona-Pandemie sank die Zahl der Straftaten deutlich und die Einwohnerzahl in Berlin nahm zu. Zudem ist nicht klar, ob es wirklich mehr Gewalt gab oder ob mehr Taten angezeigt wurden. (Mit dpa)