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Görlitzer Park: Prozess um Vergewaltigung – Angeklagter und Opfer tauschten Nummern aus

Im Görlitzer Park soll es 2023 zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Neue Beweise sorgen für Verwirrung. Haben Täter und Opfer Nummern getauscht?

© IMAGO/Jürgen Held

Brennpunkt für Drogen und Delikte: das ist der Görlitzer Park in Berlin

Der Görlitzer Park ist eine beliebte Grünanlage im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Neben Liegewiesen bietet der Park auch zahlreiche Sport- und Spielplätze. Der Görlitzer Park sorgt aber auch immer wieder für Negativschlagzeilen. Die Grünanlage gilt seit Jahren als Brennpunkt von Drogenkriminalität, Diebstahl, Bedrohungen und weiteren Delikten.

Im Juni vergangenen Jahres soll es im Görlitzer Park in Kreuzberg zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Drei Männer sollen dabei ein Ehepaar angegriffen, den Mann beraubt und die Frau vergewaltigt haben. Sieben Monate später ist der Fall nun vor Gericht.

Beim ersten Verhandlungstag am 18. Januar dann die Überraschung! Der Vorsitzende Richter Thilo Bartl verkündete, dass ein Video mit einer Dauer von nur sieben Sekunden aufgetaucht ist. Am zweiten Verhandlungstag (23. Januar) soll dieses Video vorgespielt werden. Es regt laut Anwälten der Angeklagten nämlich erhebliche Zweifel an der Vergewaltigungsgeschichte, so wie die vermeintlichen Opfer sie erzählt haben. Also was soll auf besagtem Video zu sehen sein?

Görlitzer Park: Neues Beweismaterial aufgetaucht

Das Video stammt vom Handy eines Angeklagten. Warum es jetzt erst auftauchte, erklärt der 23-Jährige Angeklagte so: Er habe bei seiner Verhaftung nichts von einer Vergewaltigung gewusst. Das Handy habe sich bei den persönlichen Dingen befunden, die der Tatverdächtige in der JVA Moabit abgeben musste, bevor er in Untersuchungshaft genommen wurde. Die Ermittler hätten es nicht beschlagnahmt und ausgewertet.

Das Video soll zeigen, dass der Sex des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers mit den Männern im Görlitzer Park einvernehmlich gewesen sei. Der Anwalt der Geschädigten, Roland Weber, sieht das nicht so. Er hatte am ersten Verhandlungstag gegenüber BERLIN LIVE gesagt: „Ich kann meine Mandantin darauf nicht erkennen.“

Plötzlich geht es auch um eine Whatsapp-Nachricht

Doch nicht nur das Video sorgt für Wellen in diesem Prozess rund um den Görlitzer Park. Auch eine Whatsapp-Nachricht, die das vermeintliche Opfer ihrem mutmaßlichen Vergewaltiger geschrieben haben soll, steht im Fokus. Das sagt der Anwalt des Angeklagten.

Auf dem Handy seines Mandanten sei die Nachricht um 5.01 Uhr bei ihm eingegangen. „hey“ soll die 27-jährige Frau aus Georgien geschrieben haben. Nach Angaben seines Mandanten diente dies dazu, um die Telefonnummern auszutauschen und um sich später erneut zu treffen.

Die Nacht aus Sicht des Angeklagten

Diese Nachricht soll als Beweis dienen, dass sie Sache sich so zugetragen haben soll, wie der Angeklagte es berichtet: Es habe sexuelle Handlungen gegeben, jedoch seien sie einvernehmlich gewesen. Das Paar habe ihn zu Sex im Gebüsch überredet und ihn mit Geld gelockt. Der 23-Jährige sei in besagter Nacht angetrunken im Park gewesen, um sich Cannabis zu kaufen.

Dabei habe er Geräusche im Busch gehört und das Paar beim Sex gesehen. Der Ehemann sei ihm dann hinterhergelaufen und ihn gebeten haben, mit seiner Frau Sex zu haben. Sie wolle einmal Sex mit einem schwarzen Mann haben, so der Angeklagte weiter. Beklaut will er das Paar nicht haben.


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