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A100 gesperrt: Bezirk sauer – „Pure Arbeitsverweigerung“

Nach einer kurzfristigen Brückensperrung auf der A100 kommt es zu einem Verkehrschaos. Dem Bezirk platzt der Kragen.

© IMAGO/A. Friedrichs

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Am Mittwoch, um 20 Uhr, wurde das Mega-Chaos auf der A100 besiegelt. Mit der Sperrung der Ringbahnbrücke in nördliche Richtung ist eine wichtige Verkehrsader im Westen der Hauptstadt komplett dicht. Zuvor war sie noch einspurig befahrbar.

Seit Mitte der Woche geht nun nichts mehr auf der Brücke, die Folgen sind kilometerlange Staus und genervte Autofahrer, sowie ein Bezirk, der fassungslos ist und heftige Vorwürfe erhebt.

A100: Zwei Jahre geht hier gar nichts

Es sind harte Jahre, die auf Autofahrer in Charlottenburg und alle, die den Autobahnteil rund um die Ringbahnbrücke auf der A100 befahren, zukommen. Für „mindestens zwei Jahre“ wird kein Auto über die Brücke rollen können, wie der Sprecher der Autobahn GmbH, Ralph Brodel, gegenüber rbb|24 sagte.

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Eine Hiobsbotschaft, die sich offenbar bereits angekündigt hatte. Doch dass die Brücke so schnell schon komplett gesperrt werden müsse, davon war man wohl nicht ausgegangen. Auf Druck von Brückeningenieuren, die ernste Sorgen äußerten, entschied man sich am Mittwoch dann aber früher als gedacht für eine Sperrung, berichtet der „Tagesspiegel“.

Bezirk kritisiert Autobahn GmbH scharf

Vorbereitet war man zu diesem Zeitpunkt darauf keinesfalls, und das sorgt beim Bezirk für Unmut. In einer Pressemitteilung kritisiert er, „dass die zuständige Autobahn GmbH auch zehn Tage nach der Teilsperrung der A100 kein tragfähiges Umleitungskonzept vorlegen kann, obwohl sie seit Jahren über die kritische Situation der Autobahn Bescheid weiß“.



Kommende Woche, am Mittwoch, will die Autobahn GmbH ein Verkehrskonzept vorlegen. Viel zu spät, da längst ein Riesenchaos auf der A100 in Charlottenburg herrscht. Der Bezirk hat daher durchgegriffen und selbst Maßnahmen getroffen, um die umliegenden Kieze vor Automassen zu schützen. Entgegen seiner Zuständigkeit.


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Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger warf der Autobahngesellschaft „pure Arbeitsverweigerung“ vor, da diese in einer Pressekonferenz erklärte, für Umleitungen in den Stadtstraßen sei der Bezirk zuständig. Deutlicher als das Bundesfernstraßengesetz in § 14, könne man die Rollen zwischen bezirklichem Straßenbaulastträger und Autobahngesellschaft nicht beschreiben, so Schruoffeneger.

Nicht nur auf der Autobahn und den Straßen rund um die gesperrte Brücke herrscht also Chaos, sondern auch, was die Zuständigkeiten betrifft. Weiterer Ärger dürfte vorprogrammiert sein.

Update: Die Autobahngesellschaft hat noch am Freitag verkündet, dass die Situation auf der Stadtautobahn A100 zum Montag wieder etwas entlastet werden soll. Dann soll es wieder eine Fahrspur in Richtung Norden geben. Diese führt über die Gegenfahrbahn. Das bedeutet auch: In südlicher Richtung gibt es dann nur noch zwei statt wie üblich drei Spuren.