Am Donnerstag (6. Februar) ist es so weit. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi wird eine Entscheidung zum Angebot der BVG treffen. Die hatte in der zweiten Runde der aktuellen Tarifauseinandersetzung ein Angebot vorgelegt.
Doch sowohl das offizielle Statement der Gewerkschaft noch die Stimmen von BVG-Beschäftigten lassen darauf schließen, dass dieses Angebot den Tarifkonflikt beenden könnte. Für die Menschen in Berlin bedeutet das: Der nächste Streik steht vor der Tür. Doch wie lang wird er diesmal?
BVG: Kommen neue Streiks?
Einen ersten Warnstreik hatten die Beschäftigten der BVG bereits durchgeführt. Nachdem das Nahverkehrsunternehmen zur ersten Verhandlungsrunde gar kein Angebot gemacht hatte, legten die Mitarbeitenden am 27. Januar die Arbeit für 24 Stunden nieder. Das darauf folgende Angebot klassifizierte Verdi als „deutlich unterhalb dessen, was die Tarifkommission gefordert hat“. Viele Fahrer fordern nun einen neuen Streik.
Doch wie könnte der aussehen? Schließlich wollen Mitarbeiter Druck auf die BVG und den Berliner Senat zu machen. Denn auch die Politik nehmen die Streikenden in die Pflicht. Die schwarz-rote Regierung soll mehr Geld in die Öffis stecken, um die Jobs attraktiver zu machen, so lautet ihre Forderung.
Wie lang darf ein Streik dauern?
Eine konkrete Dauer wird die Tarifkommission für den Fall neuer Streiks wohl alsbald mitteilen. Eine Maximaldauer für Streiks in Deutschland gibt es übrigens nicht. Der längste Streik in Deutschland dauerte übrigens rund zehn Monate. Im Jahr 1991 legten Granitarbeiter in Steinbrüchen im Bayerischen Wald für 301 Tage ihre Arbeit nieder.
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Bei der BVG und in Berlin erinnert man sich wohl mit Schrecken an das Jahr 2008 zurück. Damals streikten die Mitarbeitenden des Öffi-Unternehmens in mehreren Wellen insgesamt sechs Wochen lang. Die Streiks bei folgenden Tarifauseinandersetzungen fielen hingegen deutlich geringen aus.
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In diesem Jahr ist hingegen wieder mit heftigeren und damit auch längeren Streiks zu rechnen. Denn nicht nur liegen Verdi und BVG aktuell deutlich auseinander, was die Forderungen angeht. Auch die Unzufriedenheit beim Personal scheint hoch wie lange nicht. Zahlreiche Beschäftigte kündigen seit Wochen an, dass bei einem unzufriedenstellenden Abschluss eine Kündigungswelle drohe. Und Tram-Fahrer Manuel von Stubenrauch erklärte jüngst: „Heute habe ich 60 Kolleginnen und Kollegen befragt. 60 waren dafür, weiteren Druck aufzubauen.“
Dass die Gewerkschaft Verdi allerdings zu diesem Zeitpunkt im Tarifkonflikt bereits zum Äußersten geht und die Mitarbeitenden dazu aufruft, die Arbeit gleich vier oder fünf Tage niederzulegen, ist nicht zu erwarten. Etwas länger als der erste dürfte er aber durchaus sein.