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Berghain: DJs rufen zum Massen-Boykott von Techno-Club auf

Normalerweise ist das Berliner Berghain für seine rauschenden Feste bekannt. Doch nun weigern sich DJs, dort aufzutreten.

© IMAGO/Jürgen Ritter

Berlin: Die Hauptstadt der Clubs

Berlin und sein Nachtleben gehören einfach zusammen. Die zahlreichen Clubs ziehen jedes Jahr tausende von Touristen in die Hauptstadt. Damit sind sie ein nicht zu unterschützender Wirtschaftsfaktor.

Das Berliner Berghain ist schon seit vielen Jahren legendär. Personen aus aller Welt strömen in die Hauptstadt Berlin, um einmal Party im Techno-Tempel zu machen. Doch was ist jetzt los?

Nun kam heraus, dass mehrere DJs einen bevorstehenden Auftritt im Berghain abgesagt haben. Stattdessen rufen sie sogar zum Boykott auf.

Berghain: Das steckt hinter dem Boykott

Das diesjährige Berliner CTM Festival steht vor der Tür. Vom 26. Januar bis zum 4. Februar wollen viele Partygänger die experimentelle, zeitgenössische und elektronische Musik im Nachtleben der Hauptstadt zelebrieren. Auch das Berghain in Friedrichshain soll dabei eigentlich eine große Rolle spielen, doch nun stehen die Verantwortlichen ungeplanten Schwierigkeiten gegenüber. Immer mehr DJs wie „Manuka Honey“ oder „Jyoty“ sagen nämlich ihre Teilnahme ab – und das hat einen ganz bestimmten Grund.


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Der Anlass ist die sogenannte „Strike Germany“-Kampagne. Bei dieser Aktion handelt es sich um einen Kollektivstreik, der sich gegen die staatlich geförderten Kulturinstitutionen und -aktionen in der Bundesrepublik richtet. Mittlerweile folgen dem Aufruf bereits mehr als 1.000 Personen aus der Kulturbranche wie Schriftsteller, Künstler und Filmemacher. Die berühmteste Vertreterin ist die französische Autorin Annie Ernaux, die im Jahr 2022 den Nobelpreis für Literatur gewinnen konnte. Doch was ist der genaue Grund für den Boykott?

Aus DIESEM Grund kommt es zum Boykott

Wie die Berliner Zeitung berichtet, sind die Akteure mit der Meinungsfreiheit insbesondere in Bezug auf den Krieg im Nahen Osten unzufrieden. Sie bemängeln, dass die deutschen Kulturinstitutionen Solidaritätsbekundungen mit dem palästinensischen Staat unterdrücken würden. Viel Kritik gibt es vor allem zur Antidiskriminierungsklausel, die der Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) initiiert hat.

Auch die Veranstalter des Festivals reagieren nun verständnisvoll auf die Absagen der DJs. „Als Musikfestival sind wir davon überzeugt, dass Kunst und Kultur wertvolle Räume der Begegnung und des Nachdenkens bieten, und wir setzen uns dafür ein, diese Räume offen zu halten, um unsere Unterschiede mit gegenseitigem Respekt zu diskutieren und auszuhandeln“, erklären die Verantwortlichen.


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So haben sich die Partygänger den Start ins CTM-Festival wohl nicht vorgestellt. Es bleibt zu hoffen, dass sich Künstler und deutsche Kulturinstitutionen bald wieder annähern werden.