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Kaufland, Rewe & Co.: Kunden schockiert! Beliebte Lebensmittel plötzlich knapp und teuer

Lebensmittel, die bei Kaufland, Rewe & Co. jede Woche millionenfach gekauft werden, sind plötzlich teuer oder rar. Das ist erst der Anfang!

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Die Eigenmarken der Supermärkte: von ja! bis Freeway

In den Supermärkten stehen neben den bekannten Marken wie Milka, Coca Cola und Co. auch immer mehr Eigenmarken. Ein Überblick:

Seit Monaten reiben sich Kunden von Supermärkten wie Kaufland, Rewe & Co. verwundert die Augen, weil sie statt ihrer Lieblings-Lebensmittel plötzlich nur noch leere Regale vorfinden. Und wenn die Produkte zu haben sind, dann zu nie gekannten Preisen. Was ist da los? Auf jeden Fall geht es nicht um einen dieser Preiskriege, wie er jetzt gerade bei Edeka und Netto Thema ist (>>> hier mehr dazu).

Nein, es geht um viel mehr. Und die leeren Regale sowie die rasant steigenden Preise sind erst der Anfang. Verbraucher müssen damit rechnen, dass sie die Folgen des Klimawandels beim Wocheneinkauf bei Kaufland, Rewe & Co. künftig viel stärker zu spüren bekommen, als sie es heute ahnen. Aber der Reihe nach.

Kaufland, Rewe & Co.: Olivenöl und Orangensaft werden knapp

Klare Ansage von Michael Berger, Agrarexperte bei der Umweltschutzorganisation WWF: „Bei einigen Lebensmitteln wird es zu größeren Schwankungen bei Preisen und Verfügbarkeit kommen. Es wird Jahre geben, in denen bestimmte Produkte wie Kakao, Kaffee, Avocados, Mango, Kokos, Papaya und Bananen knapper werden können.“


Auch Orangensaft wird immer mehr zum Problem-Thema: Rewe, Edeka und Co.: Kunde blickt ins Regal und kann es kaum fassen – „Orangensaftmafia“


Das Problem: Bei vielen Produkten gibt es weltweit nur einen schmalen geografischen Gürtel, wo die nötigen klimatischen Bedingungen für den Anbau gegeben seien. Und dort bestehen dann oft Monokulturen, also Flächen, auf denen über Jahre dieselben Pflanzen angebaut werden. Wetter-Extreme, Infektionen und Schädlinge haben dort leichtes Spiel und können große Teile der Ernten zerstören. So gab es in Kakao-Anbaugebiete in Bolivien und Kolumbien in den vergangenen Jahren Ertragsausfälle von 30 Prozent oder gar Totalausfälle. Knapper und teurer wurde bei Kaufland, Rewe & Co. zuletzt auch Olivenöl. Denn in Spanien brach der Jahresertrag in der Saison 2022/2023 um mehr als 50 Prozent ein. Grund war das zu trockene Wetter.

Tchibo erwartet steigende Kaffee-Preise

Auch Kaffeebauern litten zuletzt weltweit unter heftigen Einbußen und den Folgen des Klimawandels. Studien zufolge könnte bis zum Jahr 2050 die Hälfte der weltweiten Anbauflächen für Kaffee bedroht sein. Kaffeeröster Tchibo rechnet deshalb mit steigenden Preisen.

Die Verbraucher sind beunruhigt. Einer Yougov-Umfrage zufolge ist jeder zweite Kunde von Supermärkten wie Rewe, Kaufland & Co. entweder „voll und ganz“ oder „eher besorgt“, dass Lebensmittel wie beispielsweise Kakao, Kaffee oder bestimmte Gemüsesorten nicht mehr oder nur noch eingeschränkt verfügbar sein könnten. 

Rewe-Erdbeeren jetzt auch aus Griechenland

Der Lebensmittel-Einzelhandel bemüht sich, die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. Bei Obst und Gemüse schaue man nach alternativen Anbauländern, sagt ein Rewe-Sprecher auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). So beschaffe man etwa Steinobst aus Italien und Spanien. Mithilfe neuer Techniken sei es möglich gewesen, den Erdbeer-Anbau in Spanien zu optimieren und die Einflüsse des Klimas zu minimieren. Mit Griechenland sei ein weiteres Ursprungsland für Erdbeeren erschlossen worden. 

Um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren, setzt Rewe seit einigen Jahren verstärkt auf den Ausbau seiner regionalen Produkte. Je nach Region umfasst die saisonale Produktpalette 50 bis 190 verschiedene regionale Artikel. Auch Kaufland setzt nach eigenen Angaben immer mehr auf heimische Produktion und Regionalität. Mitunter ist es sogar überraschend, welche Import-Produkte plötzlich regional beschafft werden können. So gelingt es inzwischen, in Süddeutschland Soja und Melonen anzubauen.


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In diesem Sinne macht Stefanie Sabet, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), den Kunden von Kaufland, Rewe & Co. Hoffnung: „Es wird Verschiebungen in den Herkunftsländern geben, aber ich bin überzeugt, dass es dennoch gelingt, die Breite des Lebensmittelangebotes zur Verfügung zu stellen. Der Klimawandel ist nicht aufzuhalten, aber wir haben einige Möglichkeiten, uns an die Folgen anzupassen.“ (mit dpa)