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AfD-Wahl sorgt für Frust – „Mit Negativität überschwemmt“

Augen auf bei der Parteienwahl. Wer die Alternative für Deutschland (AfD) wählt, stürzt sich in die Unzufriedenheit.

AfD-Politikerin Alice Weidel
© IMAGO/Bernd Elmenthaler

AfD überall stark? Nein, hier sieht die Rechtsaußen-Partei kein Land

Zweitstärkste Kraft, im Osten sogar die Nummer eins: Die AfD profitiert bei der Europawahl vom Rechtsruck in Deutschland. Aber nicht überall konnten die Rechten punkten. Hier gab es die wenigsten Stimmen.

Augen auf bei der Parteienwahl. Wer die Alternative für Deutschland (AfD) wählt, stürzt sich schlimmstenfalls selbst in die Unzufriedenheit. Auch wenn das – zugegebenermaßen – übertrieben klingt, hat es einen wahren Kern, wie die Wissenschaft nun darlegt.

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Wie Forscher des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung (WZB)herausgefunden haben, sind Menschen, die die AfD unterstützen, unzufriedener mit ihrem Leben und bewerten ihre finanzielle Situation schlechter als diejenigen, die andere Parteien bevorzugen.

Egal ob arm oder reich – AfD zu wählen macht unzufrieden

Interessant: Dabei spielen Einkommen oder Bildung keine Rolle. Auf gut Deutsch: Ob Menschen mit hohem oder niedrigem Einkommen – beide Gruppen sind gleich schlecht drauf.

Doch was sind die Gründe für die Unzufriedenheit? „Rechtsextreme Bewegungen leben von einer Rhetorik der Negativität und überschwemmen ihre Anhänger mit negativ formulierten Themen und Nachrichten“, erklärt Maja Adena, Co-Autorin der Studie, die interessante Erkenntnis.

Anhänger der AfD werden mit negativen Botschaften regelrecht „infiziert“

Angst und Pessimismus zu verbreiten, werde zum Kalkül der politischen Kommunikation. Die Anhänger der AfD würden mit negativen Botschaften regelrecht „infiziert“. Dass sich da schlechte Laune breitmache, sei nur die logische Konsequenz.

Wer sich der Partei intensiver zuwende, werde dieser Negativität sogar immer stärker ausgesetzt. Am Ende schade das dem Wohlbefinden, resümieren Adena und ihr Forschungspartner Steffen Huck.

So könne es zwar sein, dass Menschen, die mit ihrem Leben unzufrieden sind, Hoffnungen in die AfD setzten. Aber statt Erleichterung verursache die Partei „dann zusätzlich größere persönliche Unzufriedenheit“, sagt Huck. Denjenigen, die sich von der Partei wieder abwenden, würde es auch wieder besser gehen, sagt Adena. Für ihre Studie hat das WZB insgesamt 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier Befragungswellen zwischen 2019 und 2021 interviewt.