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FDP im Shisha-Himmel: Lindner kippt „unsinniges“ Verbot

Das Shisha-Rauchen liegt nach wie vor im Trend, doch vielen Bars drohte das Aus. Die Sorgen bei der FDP waren groß, Lindner schreitet ein.

Christian Lindner kippt das Verpackungsverbot und greift den Shisha-Liebhabern unter die Arme.
© IMAGO/Panama Pictures

Endlich mehr Netto: Hat Lindner sein Steuer-Versprechen an uns gebrochen?

Haben Lindner und die FDP ihr Versprechen eingehalten, die breite Mitte spürbar von Steuern zu entlasten? Finanzexperte Simon Neumann gab uns hierzu seine Einschätzungen.

Das Shisha-Rauchen liegt nach wie vor im Trend, knapp 5.000 Shisha-Bars zieren die deutschen Innenstädte. Zuletzt klagten die Betreiber jedoch über hohe Umsatzeinbußen. „Das macht alles keinen Spaß mehr“, sagte Oguzhan Güler, ein Betreiber aus München, im Februar im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die FDP will den Spaß zurückbringen.

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Güler seien über 20 Prozent seines Umsatzes weggebrochen, allerdings nicht nur wegen der Corona-Krise und der Inflation, sondern auch wegen einer Regelung des Bundes: der Verpackungsvorschrift.

FDP greift Shisha-Liebhabern unter die Arme

Der Bundesverband Wasserpfeifentabak warnte gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur davor, dass  „jede dritte oder jede vierte Shisha-Bar am Ende dieses Jahres geschlossen“ sein könnte, sofern „der Bund nicht umsteuert und die unsinnige Verpackungsvorschrift kippt“.

Die 2022 vereinbarte Regelung schreibt vor, dass Shisha-Tabak nur noch in Einzeldosen und nicht mehr in großen Gebinden verkauft werden darf. Die Höchstgrenze lag fortan bei 25 Gramm anstatt bei 200 Gramm Tabak.


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Bedeutet konkret: Die Bars durften ihren Gästen seitdem nicht mehr Tabak-Portionen aus großen Packungen anbieten, sondern mussten exakt portionierte Dosen für die Shishas anschaffen. Laut Angaben des Verbandes habe sich der Preis dadurch fast verdoppelt.

Die damalige Bundesregierung erhoffte sich, durch die Verpackungsverordnung den Schwarzmarkt in den Griff zu bekommen. Doch das Gegenteil war der Fall. Aufgrund der horrenden Preise besorgten sich viele Konsumenten illegalen, günstigeren Tabak.

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Ein Dorn im Auge der FDP. Zumal drohende Schließungen von Shisha-Bars aufgrund der potentiell wegfallenden Steuereinnahmen nicht in das Konzept der Partei passen. Aus diesem Grund haben die Liberalen dafür gesorgt, dass die 25-Gramm-Regelung zum 1. Juli abgeschafft wird.

„Gute Nachrichten für Shisha-Liebhaber. (…) FDP-Bundesfinanzminister Christian Lindner hat diese absurde Regelung endlich gekippt“, freut sich der Abgeordnete Jens Teutrine auf Instagram.

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Teutrine ist sich sicher, dass man nur durch dieses Umdenken die Kriminalisierung der Shisha-Liebhaber beenden könne. Gleichzeitig würde man den Absatz für legale Hersteller wieder aufpolieren und die Steuereinnahmen stärken.

Doch im Netz hagelt es Kritik, auch von Bundestagskollegen: „Und das gehört aus Sicht der FDP zu den dringenden Problemen in diesem Land?“, „sorry, lieber Kollege, aber das ist angesichts der Lage eine seltsame Freude“ oder „überlegt lieber mal, wie ihr die Jugend vom Rauchen, Trinken und dem Drogenkonsum abhaltet“, ist in den Kommentarspalten zu lesen.