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Nach Fiél-Aus: Stefan Leitl ist neuer Hertha-Trainer

Stefan Leitl soll die taumelnde Hertha vor dem kompletten Absturz bewahren. Der Ex-Hannoveraner muss das Team schnell stabilisieren. Er bringt einen alten Bekannten mit.

Stefan Leitl
Leitl soll die Berliner stabilisieren. Credit: David Inderlied/dpa

Als neuer Cheftrainer soll Stefan Leitl den kriselnden Fußball-Zweitligisten Hertha BSC vor dem Allerschlimmsten bewahren. Der 47-Jährige tritt die Nachfolge von Cristian Fiél an, von dem sich die Berliner am Sonntag nach vier Niederlagen in Folge getrennt hatten. „Wir sind froh, dass wir mit Stefan Leitl einen sehr erfahrenen Trainer für uns gewinnen konnten, der die Liga bestens kennt und auf seinen vorherigen Stationen bewiesen hat, dass er Mannschaften und Spieler formen und weiterentwickeln kann“, sagte Hertha-Sportdirektor Benjamin Weber in einer Club-Mitteilung. 

„Hertha BSC ist ein großer Verein mit enormem Potenzial und einer leidenschaftlichen Fanbasis. Die Aufgabe, diese Mannschaft zu stabilisieren, weiterzuentwickeln und erfolgreich zu machen, reizt mich enorm. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Spielern, dem Team rund um den Verein und den Fans, die diesen Club einzigartig machen“, wurde Leitl zitiert.

Um den Aufstieg wollte die Hertha mitspielen, doch nach einem katastrophalen Start ins neue Jahr rutschten die Berliner immer weiter ab. Der Vorsprung auf Relegationsrang 16 beträgt nur noch fünf Punkte. Schon am Freitag empfängt der Hauptstadtclub den 1. FC Nürnberg im Olympiastadion (18.30 Uhr/Sky).

Leitl war schon im Sommer Thema in Berlin

Der gebürtige Münchner Leitl war schon im vergangenen Sommer ein Kandidat bei der Hertha. Jetzt soll er die Wunsch-Lösung der Verantwortlichen für die Fiél-Nachfolge gewesen sein.

Wie die „Bild“-Zeitung vor der offiziellen Verkündung der Verpflichtung berichtete, könnte Hertha wie schon für Fiél eine Ablöse für Leitl zahlen müssen. Dazu soll der 47-Jährige bei Hannover 96 eine Aufstiegsprämie in seinem Vertrag haben, die die Berliner unter Umständen ablösen müssen. Brisant: Am letzten Spieltag der Saison könnte es für die Niedersachsen in Berlin am 18. Mai noch um den Aufstieg gehen.

Ex-Profi Leitl musste beim Ligakonkurrenten der Hertha kurz vor dem Jahreswechsel gehen. Hannover stand damals auf Rang sieben mit zwei Zählern Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Sein letztes Spiel als 96-Coach war ausgerechnet eine Nullnummer gegen die Hertha kurz vor Weihnachten. Zuvor arbeitete der Bayer als Trainer in Ingolstadt und Fürth. Mit der SpVgg Greuther Fürth gelang ihm, wonach sich auch die Hertha sehnt: Der Bundesliga-Aufstieg. 

Viele Wechsel auf der Trainerbank

Als Co-Trainer bringt Leitl einen ehemaligen Herthaner mit. Andre Mijatović spielte zwei Jahre für die Berliner und war Kapitän der Aufstiegsmannschaft 2011. Leitl und Herthas Leiter der Lizenzspielabteilung, Andreas „Zecke“ Neuendorf, kennen sich noch aus Spielerzeiten in Ingolstadt. 

Der neue Trainer übernimmt eine verunsicherte Mannschaft. Unter Fiél hatte die Hertha zwischen den Strafräumen viel Ballbesitz und ließ den Ball mitunter ansehnlich laufen. In der Defensive gab es aber in fast jedem Spiel individuelle Fehler, die zu Gegentoren führten. 

Im Angriff spielten die Berliner zu kompliziert. Einen passenden Ersatz für Torjäger Haris Tabakovic, der Ende August nach Hoffenheim ging, sucht man im Kader weiter vergeblich. Dazu hatten die Berliner immer wieder auch mit großem Verletzungspech zu kämpfen. An einigen Stellen fehlen die passenden Alternativen in der Mannschaft.

Seit 2019 schaffte es nur ein Trainer bei Hertha eine komplette Spielzeit im Amt zu bleiben: Immer-Wieder-Coach Pal Dardai in der vergangenen Saison. Kurzfristig muss Leitl den Klassenerhalt sichern, langfristig wird es spannend werden, welche Ambitionen die Hertha realistisch haben kann.

Der ohnehin schon klamme Club wird den Gürtel mit weiter sinkenden Einnahmen deutlich enger schnallen müssen. Begehrte Profis wie Fabian Reese und Ibrahim Maza dürfte es im Sommer zu anderen Vereinen ziehen – und die Hertha wird auf die Transfererlöse angewiesen sein.

Dieser Artikel wurde erstellt mit Material von dpa.