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Berlin: Ermittlungen gegen Rammstein-Sänger Lindemann eingestellt – Juristin erklärt, was das bedeutet

Die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen Til Lindemann wurden eingestellt. Eine Juristin ordnet ein, was das bedeutet.

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Rammstein-Sänger Till Lindemann bestreitet die Missbrauchs-Vorwürfe.

Genauso häufig, wie über die Vorwürfe gegen Till Lindemann (60) berichtet wurde, wurde am Dienstag (29.08) auch die Nachricht verbreitet, dass das Ermittlungsverfahren gegen den Rammstein-Sänger eingestellt wird.

Rückblick: Wie die Berliner Staatsanwaltschaft im Juni 2023 mitteilte, wurden mehrere Strafanzeigen aus „dem Bereich der Sexualdelikte“ gegen den Sänger gestellt. Handfeste Beweise, die die Anschuldigungen belegen, lagen der Staatsanwaltschaft offenbar nicht vor. Aufgrund vermutlich auch dieser Tatsache stellt sie die Ermittlungen gegen ihn ein. Eine Juristin erklärt, was das bedeutet.

Strafverteidigerin Christina Clemm zu Einstellung der Ermittlungen

Aber was geschah genau, vor den Strafanzeigen? Mehrere Frauen in den sozialen Netzwerken hatten Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch gegen den 60-Jährigen erhoben. Till Lindemann ließ sämtliche Vorwürfe durch seine Anwälte zurückweisen.

Strafverteidigerin Christina Clemm ordnet im Gespräch mit „Deutschlandfunk Kultur“ die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ein. Zunächst stellt sie fest: „Offenbar bestehen nicht hinreichend Beweise, hier eine Straftat nachzuweisen.“ So haben wohl keine direkten Zeuginnen ausgesagt, nur Anzeigen dritter Personen und Berichte in den Medien vorgelegen.

Clemm findet Einstellung der Ermittlungen richtig

Dass so entschieden wurde, findet sie richtig und sagt: „Es gibt hier ein Ermittlungsverfahren, das zurecht eingestellt worden ist, weil es eine Unschuldsvermutung gibt.“ Denn um eine strafrechtliche Verurteilung zu erwirken, bräuchte es handfeste Beweise.

Im Verlauf des Gesprächs wird die Strafverteidigerin auch gefragt, was Frauen davon abgehalten hat, vor Gericht auszusagen. Dazu erklärt sie, dass es „unglaubliche Angriffe gegen Betroffene“ seit Aufkommen der Vorwürfe gegeben hätte. Die Frauen seien beschimpft und als Lügnerinnen dargestellt worden. Zudem weist die Expertin auf „erhebliche juristische und finanzielle Konsequenzen“ für Betroffene im Falle eines Verfahrens hin.

Juristin findet, Strukturen müssten angeschaut werden

Doch was auch immer im Verfahren vorgetragen und verhandelt wurde, Clemm findet etwas anderes entscheidender. „Viel wichtiger ist für mich, diese Strukturen anzugucken“, erklärt sie. Und wird konkret: „Was gibt es für Strukturen, die Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe fördern? Was gibt es für Strukturen, die Frauen mundtot machen, wenn sie darüber berichten?“


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Auch, wenn die Ermittlungen gegen Rammstein-Sänger Lindemann eingestellt wurden. „Damit ist nicht der Beweis eingetreten, dass die Personen, die gesprochen haben, gelogen haben“, so das Fazit der Strafverteidigerin gegenüber „Deutschlandfunk Kultur“.