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Demos in Berlin: Scharfe Kritik an AfD und der Ampel – „Keine Politik gegen Rechts“

Am Sonntag (21. Januar) zog es in Berlin Tausende Menschen auf die Straßen. Gemeinsam demonstrierten sie unter anderem gegen die AfD.

© IMAGO/Achille Abboud

Berlin: Das ist Deutschlands Hauptstadt

Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt der Bundesrepublik. Im Jahr 2022 wohnten 3,75 Millionen Menschen hier. Die Tendenz ist steigend. Zudem kamen im gleichen Jahr rund 10 Millionen Gäste für insgesamt 26,5 Millionen Übernachtungen in die Hauptstadt.

Der Platz vor dem Bundestag in Berlin war voll am Sonntagnachmittag (21. Januar). Tausende Berliner waren bei eisigen Temperaturen auf die Straße gegangen, um gegen die AfD und für Demokratie zu demonstrieren.

Die zahlreichen Redner kritisierten die kürzlich durch eine Correctiv-Recherche bekanntgewordenen Deportationspläne und die AfD als Gefahr für die Demokratie. Doch auch die Bundesregierung bekam ihr Fett weg. BERLIN LIVE war vor Ort.

Demos in Berlin: Tausende Menschen zieht es auf die Straße

Die Aktivistin Daniela Sepehri kritisierte die Ampel scharf. Sie sei sauer, sagte Sepehri. Die nun bekanntgewordenen Deportationspläne würden sie nicht überraschen. Doch sie sei schockiert über die Politik der Bundesregierung, die AfD nach Geschmack der Politik mache.

Berlin
Am Sonntag (21. Januar) zog es viele Menschen auf den Platz vor dem Bundestag in Berlin. Gemeinsam demonstrierten sie gegen die AfD und für eine Demokratie. Credit: IMAGO/Achille Abboud

Unter großem Applaus kritisierte sie das erst kürzlich verschärfte Abschiebe-Gesetz in Deutschland. Auch Abschiebungen in den Iran, wo erst kürzlich eine junge Frau wegen eines fehlenden Kopftuchs ausgepeitscht wurde, oder die Abschiebungen von Jesidinnen in den Irak, wo ihnen der Tod drohe, sprach Sepehri an. Sie kritisierte auch das Sterben an den europäischen Außengrenzen, das auch durch die Politik der Bundesregierung begünstigt werde. Sepehri rief: „Das ist keine Politik gegen Rechts.“

Aktivistin kritisiert Gesetz – und ist damit nicht allein

Auch andere Redner gingen mit der Ampel scharf ins Gericht. Einer warf Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor, mit seiner wankelmütigen Politik zum Erstarken der AfD beizutragen. Sparkurs, Abschiebungen und halbgare Kompromisse würden zurecht für Unzufriedenheit in der Bevölkerung sorgen. Ein Redner von der Gewerkschaft Verdi, erklärte zudem: „Es gibt Gründe, die Bundesregierung zu kritisieren. Rassisten sind aber nicht die Alternative.“


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Der Andrang bei der Demonstration war so groß, dass die U-Bahnhöfe Brandenburger Tor, Bundestag und Unter den Linden nicht mehr von der U5 angefahren wurden. Wie der Veranstalter mitteilte, waren von rund 350.000 Demonstrierenden die Rede. Die Polizhei sprach von 100.000 Teilnehmende. Sie wurden von der Polizei dazu aufgerufen, auch auf die Straße des 17. Juni auszuweichen. Auf dem Platz vor dem Bundestag war schlicht nicht genug Platz.

Hauptbahnhof Berlin schließt Eingänge

Nachdem die Demonstration offiziell beendet war, wurde noch einmal deutlich, wie viele Menschen auf der Straße waren. Denn das Fortkommen war gar nicht einfach. Am Berliner Hauptbahnhof wurden mehrere Eingänge geschlossen. Ein spontaner Demo-Zug lief auf der Suche nach dem nächsten Bahnhof die Reinhardtstraße herunter. Dabei wurden Sprechchöre wie „Nie wieder Faschismus“ oder „Ganz Berlin hasst die AfD“ gerufen.