Drogen sind der Gesundheit in der Regel nicht zuträglich. Dennoch werden in Berlin zahlreiche Substanzen konsumiert. Einige nehmen sie zum Feiern, andere wollen mit ihnen abschalten – und wieder andere können schlicht nicht mehr ohne. Gänzlich verbieten lassen sich die Substanzen nicht.
Darauf weisen auch immer wieder Experten hin und raten zu anderen Methoden. Anstatt den Konsum zu verbieten und hart zu bestrafen, sollte der Konsum so sicher wie möglich gemacht werden. Ein Weg das zu erreichen: Drug-Checking, also die Überprüfung der Drogen, ob auch wirklich das drin ist, was der Konsument erwartet. Das Ergebnis einer Studie aus Berlin ist erschreckend.
Drogen in Berlin: Studie zeigt Schockierendes
Seit fast zwei Jahren gibt es in Berlin nun ein offizielles Drug-Checking-Angebot. 30 Wochen lang wurde es von der Charité und dem Institut für Suchtforschung in Frankfurt (Main) begleitet. Das Ergebnis ist erschreckend.
Denn im Rahmen der Studie hatten 530 Personen insgesamt 1.120 Proben eingenommen. Im Labor zeigte sich dann, dass nur rund 45 Prozent den erwarteten Wirkstoff enthielten. In den restlichen Proben wurden unerwartete Beimischungen gefunden, darunter teils gefährliche Substanzen.
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Was die Studie auch zeigte: Das Wissen über Verunreinigungen und höhere Dosen wirkte sich sichtbar auf den Konsum der Probanden aus. Konsumenten deren Drogen unerwartete Stoffe enthielten, verzichteten demnach fünfmal häufiger auf den Konsum als andere. Wurde eine höhere Wirkstoffkonzentration festgestellt, verringerten Betroffene oftmals die Dosis.
Senatsverwaltung lobt Drug-Checking-Angebot
Für die Senatsverwaltung für Gesundheit ist dieses Ergebnis ein Zeichen für die Wirksamkeit des Drug-Checkings. Es zeige, dass so Gesundheitsrisiken verringert werden könnten. Zudem zeige die hohe Akzeptanz des Angebot auch dessen Relevanz, so Senatorin Ina Czyborra (SPD).
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So hatten 99,4 Prozent der Studienteilnehmer angegeben, dass sie das Drug-Checking noch einmal in Anspruch nehmen würden. Im Jahr 2024 hatten nach Angaben der Verwaltung 866 Personen insgesamt 1.790 Proben eingereicht. Die Nachfrage sei allerdings deutlich größer gewesen. Wegen fehlender Kapazitäten habe aber nicht mehr getestet werden können.