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Miete in Berlin: Wieder Ärger um Heimstaden – Bündnis erhebt schwere Vorwürfe

Im vergangenen Herbst erhöhte der Heimstaden-Konzern für 6.500 Wohnungen in Berlin die Miete. Jetzt gibt es neuen Ärger in dem Fall.

© imago images/Rolf Zöllner

Miete in Berlin: Wohnen wird immer teurer

Berlin war mal ein gutes Pflaster für günstige Mieten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Jahr 2012 haben sich die durchschnittlichen Wohnungspreise in der Hauptstadt von 6,65 Euro pro Quadratmeter auf 12,92 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.

Wer in Berlin zur Miete wohnt, hat es seit Jahren alles andere als einfach. Die Wohnungen sind knapp. Und die, die gerade auf dem Markt sind, sind oftmals unfassbar teuer. Doch nicht nur das Umziehen wird immer schwerer – auch das wohnen bleiben. Denn im letzten Jahr wurden die Mieten vieler Berliner angehoben.

Ganz besondere Schlagzeilen hat im vergangenen Herbst auch der Immobilien-Riese Heimstaden gemacht. Der schwedische Konzern, dem mehr als 20.000 Wohnungen in Berlin gehören, hatte die Mieten für 6.500 Wohnungen teilweise drastisch erhöht. Doch in einigen Fällen gab es bei der Berechnung Fehler. Nun gibt es darum erneuten Ärger.

Miete in Berlin: Wieder Ärger um Heimstaden

Als im Herbst die teilweise falschen Mieterhöhungen aufgefallen waren, hatte Heimstaden angekündigt, neue, berichtigte Ankündigungen zu verschickten. Diese seien mit einem Datum vom 26. Oktober 2023 versendet worden, berichtet etwa die „Berliner Zeitung“. Doch wegen dieser gibt es nun erneut ärger zwischen dem Konzern und dem Mieter-Bündnis „#StopHeimstaden“.

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Das Bündnis erhebt einmal mehr schwere Vorwürfe gegen Heimstaden. Demnach würde der Konzern an „vielen fehlerhaften Mieterhöhungsverlangen“ festhalten und versuchen mit „unlauteren Methoden“ die Zustimmung dafür zu erhalten. „#StopHeimstaden“ berichtet von Anrufen, in denen Mieter dazu gedrängt werden sollen, der Mieterhöhung zuzustimmen.

Diese Anrufe sollen zunächst von der Servicehotline des Konzerns erfolgt sein, später von unbekannten Handynummern. Diese Anrufe sollen auch am Wochenende – sogar sonntags – erfolgt sein. Wenn die Mieter die Zustimmung verweigerten, soll Heimstaden zudem kurzfristige Besichtigungen verlangt haben. Auch wenn der Grund für den Widerspruch nicht in der Wohnung gelegen habe.

Heimstaden weist Vorwürfe zurück

Heimstaden wies die Anschuldigungen des Bündnisses auf Nachfrage von BERLIN LIVE als „absurd“ zurück. Unternehmenssprecher Michael Lippitsch bestätigte zwar die Kontaktaufnahme zu Mietern, erklärte aber, es habe sich dabei um Fälle gehandelt, wo das Unternehmen gar keine Rückmeldung zu den Mieterhöhungsverlangen erhalten habe. Auch habe es Vereinbarungen für Besichtigungstermine gegeben. Diese hätten allein den Zweck, unterschiedliche Auffassungen zwischen Heimstaden und den Mietern zu klären.



„Wir setzen niemanden unter Druck und es findet auch kein Bedrängen statt“, sagt der Heimstaden-Sprecher in aller Deutlichkeit. Das Unternehmen denke zudem über rechtliche Schritte gegen „#StopHeimstaden“ nach. Die Fronten scheinen verhärtet. Das Bündnis selbst fordert die Politik zum Handeln in der Causa Heimstaden auf. Dem Unternehmen dürften Fehler nicht durchgehen gelassen werden. Am Ende helfe demnach nur eine Vergesellschaftung der Wohnungen.