Wer eine Wohnung zur Miete in Berlin hat, gibt diese so schnell nicht auf. Denn der Markt für bezahlbare Wohnungen ist wie leergefegt. Freie Wohnungen werden deshalb bei Besichtigungen nahezu überrannt, Menschen stehen teilweise hunderte Meter Schlange.
Es braucht es dringend mehr davon. Deshalb ist die Nachricht, dass der Senat in Köpenick 1.800 Wohnungen plant, ein wahrer Segen. Doch ganz so einfach wird das nicht.
Miete in Berlin: Platzt der Traum jetzt?
Die zentralen Stadtteile sind dicht bebaut. Will man ein neues Quartier schaffen, bleiben da vielerorts nur noch die Randbezirke von Berlin. Genau deshalb hat der Senat seit mehreren Jahren den ehemaligen Güterbahnhof in Köpenick ins Auge gefasst. Zwischen den S-Bahnhöfen Hirschgarten und Köpenick sollen – so der Plan – 1.800 Wohnungen zur Miete, zwei Schulen und Gewerbeeinheiten gebaut werden.
Auch interessant: S-Bahn Berlin: Polizei zieht die Reißleine! HIER will sie jetzt sofort durchgreifen
Bei einer Senatssitzung Mitte März war das Projekt, das seit zehn Jahren im Gespräch ist, Thema, berichtet die „BZ“. Immerhin: Der Bau einer der beiden Schulen hat schon begonnen. Laut Bausenator Christian Gaebler (SPD) soll noch im Herbst der Bau der ersten Wohnungen starten. Der geplante Block soll 150 Einheiten haben.
Zukunft ist ungewiss
Der nächste Block soll dann 2028 in Angriff genommen werden. Doch was ist mit den restlichen Wohnungen zur Miete im Berliner Osten? Ob sie wirklich gebaut werden können, ist aktuell unklar. Denn das Gebiet gehört der Bahn – und die blockiert.
Damit dort gebaut werden kann, muss die Fläche von den sogenannten Bahnbetriebszwecken freigestellt werden. Allerdings erklärt das Eisenbahnbundesamt, dass der Senat in seinem bisherigen Antrag „das überwiegende öffentliche Interesse an der Freistellung nicht darlegen konnte.“ Deshalb wurde „die Entscheidung über den Freistellungsantrag zurückgestellt.“
Mehr News aus Berlin:
Bedeutet das jetzt also das Aus für das Projekt? Bausenator Gaebler meint: nein. Er hofft auf gute Verhandlungen mit der Bahn und verspricht: „Es geht Schritt für Schritt voran, alle zwei Jahre kommen neue Wohnungen hinzu.“