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Berlin und der Krieg in Israel: Ende der Ferien – wie ist die Stimmung an den Schulen?

In Berlin hat die Schule wieder begonnen. Der Krieg in Israel und Gaza geht weiter. Die Frage die sich stellt: Steht Gewalt hier wieder bevor?

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Präventions-Arbeiter: “Dieses Thema fliegt den Lehrern um die Ohren”

In Berlin hat am Montag (8. Januar) die Schule nach den Weihnachtsferien wieder begonnen. Seit dem 7. Oktober, dem Tag des Überfalls der Hamas auf Israel, hat sich die Stimmung an manchen Berliner Schulen verändert. Kinder und Jugendliche tragen den Konflikt mit auf den Schulhof. In den letzten Monaten des Jahres 2023 kam es dabei in Berlin zu mehreren gewaltsamen Vorkommnissen.

Wie also sieht die Stimmung derzeit aus? Der Krieg in Israel und Gaza ist nicht vorüber und auch die schrecklichen Bilder des Leids in den beiden Regionen ziehen nicht ab. Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann, die gemeinsam an Schulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen gehen, um dort mit Schülern und Lehrern über den Krieg in Israel und Gaza zu sprechen, kehren ebenfalls an die Arbeit zurück.

Berlin und der Krieg in Israel und Gaza:

Im Interview mit BERLIN LIVE erklärten die Deutsch-Palästinenserin und der Deutsche mit israelischen Wurzeln wie sie die jungen Erwachsenen bei ihrer Arbeit an den Schulen erleben. Sie seien beladen mit Gedanken, Meinungen und Emotionen, so der Sozialunternehmer, Aktivist und Geschäftsführer von „Die Gesellschaft im Wandel„ Shai Hoffmann. Diese seien vielleicht teilweise ausgelöst vom 7. Oktober, aber auch durch die vielen anderen Krisen unserer Zeit: „Sie müssen unfassbar viel tragen auf ihren Schultern.“


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Hinzu kommen die schrecklichen Bilder, die die Jugendlichen täglich auf Social Media sehen. Wohin mit diesen Szenen im Kopf? Wohin mit den Gefühlen? „Wenn wir schon nicht wissen wie, wie sollen sie es dann wissen?“ Hoffmann sieht einen weiteren Nachteil für die heute Heranwachsenden. Der Vorteil der älteren Generation ist es, dass sie „nicht von Social Media bombardiert“ wurde.

Im Konflikt um den Nahen Ost wüssten selbst viele Erwachsene nicht, wie sie darüber denken sollen. Wie sollen es also die jungen Menschen? Die Botschaft der Arbeit von Jouanna und Shai ist: „Sie können es schaffen!“ Das Wichtigste dabei sei, das vor allem Erwachsene die „Jugendlichen ernst nehmen und ihnen zuhören“, so Jouanna Hassoun.


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Am ersten Tag der Rückkehr in Berlins Schulen ist kein derartiger Vorfall, wie es sie Mitte Oktober und darüber hinaus gegeben hatte, bekannt. Ob es noch einmal zu solchen Gewaltausschreitungen kommen wird bleibt abzuwarten.

Hingegen klar ist: Unabhängig davon, wird die Arbeit im Rahmen des Projekts „Trialog– Israel & Palästina“ von Hoffmann und Hassoun weiterhin angefragt und notwendig sein. Denn Krieg ist in vollem Gange und solange das geschieht, wird die Welt Gedanken und Gefühle im Bezug dazu haben.