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Berlin: Nach Stör-Aktionen beim CSD – hier breiten sich Neonazis in der Hauptstadt aus

Eine Neonazi-Gruppe sorgte beim CSD in Berlin für Aufruhr. Vor allem in einem Stadtteil wächst die Mitgliederanzahl.

Berlin

Sicherheit für Berlin: Polizei, Feuerwehr und Co.

Sie sollen in Berlin für Sicherheit sorgen: Polizei, Feuerwehr und Co. Bei der Berliner Polizei sind derzeit über 27.000 Bedienstete beschäftigt. Jeden Tag gehen über den Notruf 110 in der Einsatzleitzentrale 3.700 Anrufe ein. Das sind 1,34 Millionen Anrufe im Jahr.

Mehrere hunderttausende Menschen zogen zum Christopher Street Day (CSD) am Samstag (22. Juli 2023) durch Berlin. Zum 45. Mal gingen Teilnehmer in der Hauptstadt für die Rechte von Schwulen, Lesben, Transsexuellen und Transgendern, Inter- und Bisexuellen auf die Straße. Doch leider kam es erneut zu schrecklichen Vorfällen am Rande der Demo.

Es kam zu homophoben Angriffen auf die CSD-Teilnehmer. Zudem mischten sich Neonazis unter die Feierlustigen und hielten ihnen volksverhetzende Banner mit der Aufschrift „Homo=Volkstod“ vor die Nase. Und diese rechtsextreme Gruppe breitet sich immer mehr in Berlin aus.

Berlin: Neonazis wollen vor allem Jugendliche anwerben

Wie Zeugen am Samstagabend gegen 18 Uhr beobachtet haben wollen, brachte eine etwa 15-köpfige Gruppe das 15 Meter mal 1,5 Meter große Banner am Fernsehturm an. Neben dem volksverhetzenden Slogan „HOMOS = VOLKSTOD“ habe sich auch die Zahl „III“ befunden. Ein Indiz, das stark vermuten lässt, dass hinter der Aktion Mitglieder der rechtsextremen Kleinpartei „Der Dritte Weg“ stecken.

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Laut dem „Tagesspiegel“ wächst die Partei immer mehr – besonders in einem Stadtteil von Berlin. „Es gab noch nie so viel Neonazi-Propaganda in Marzahn-Hellersdorf“, sagt Anne Schönfeld, Mitarbeiterin bei den Berliner Registern. Seit 2017 sei es in jedem Berliner Bezirk zu Vorfällen gekommen. Alleine 2022 wurden 365 Vorfälle nur in Marzahn-Hellersdorf registriert.


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Und der Dritte Weg baue zunehmend mehr auf junge Mitglieder. Mit der „Nationalrevolutionären Jugend“ (NRJ) sei es der Partei gelungen eine aktive Jugendgruppe in Berlin aufzubauen. Über Monitoring-Stellen würden junge Neonazis rekrutiert, die jedoch schon einen langen Lebenslauf als aktiven Neonazis vorweisen müssten. Bei regelmäßigen Treffen gibt es für die Teilnehmer auch Kampfeinheiten im Boxring. „Regelmäßige Sporteinheiten in der Gemeinschaft schaffen Disziplin und formen den Charakter“, heißt es auf der Homepage vom „Dritten Weg“. Auch die Störaktionen rund um den CSD in Berlin sollen auf das Konto der Neonazi-Jugendgruppe des Dritten Weges gehen.