Rund vier Wochen ist es inzwischen her, dass Pierre Sanoussi-Bliss das diesjährige „Dschungelcamp“ als Zweitplatzierter verlassen hat. Obwohl es nicht für den Sieg gereicht hat, hätte der Schauspieler sich eine solche Top-Platzierung vorher in keiner Weise erträumen lassen und trat mehr als glücklich die Heimreise an.
Auf dem Boden der Tatsachen – so plötzlich dieser Traum wahr wurde, so schnell platzte er auch wieder. Pierre Sanoussi-Bliss erhoffte sich von seiner „Dschungelcamp“-Teilnahme, dass die richtigen Leute auf ihn aufmerksam werden und dadurch neue Rollen-Angebote bei ihm eintrudeln. Doch: Ein Satz mit X, das war wohl nix!
„Dschungelcamp“: Ernüchternde Erkenntnis
Nach seiner Rückkehr bekam der „Dschungelcamp“-Teilnehmer schnell zu spüren, dass alles beim Alten geblieben ist. Während der Zeit im Dschungelcamp mauserte sich der Schauspieler mit seiner herrlich ehrlichen Art nach und nach immer mehr zum Publikumsliebling. Jobangebote bleiben jedoch weiterhin aus!
„Es ist einfach gar nichts passiert. Auch wenn vier Millionen Menschen in diesem Land das Dschungelcamp gucken, gibt es noch 80 weitere Millionen, die es nicht gucken. Und Produzenten, die mich besetzen könnten, haben das offensichtlich nicht geschaut“, resümiert der Berliner gegenüber der BILD.
„Dschungelcamp“: Erfolg bleibt aus
Bekannt wurde Pierre Sanoussi-Bliss durch seine Rolle in der ZDF-Serie „Der Alte“, wo er 1997 bis 2015 mitgespielt hat. Der Grund für sein Serien-Aus: 2014 teilte die Produktion Sanoussi-Bliss mit, dass sein Vertrag nach 18 Jahren nicht verlängert werde. Diese Entscheidung seitens des Senders riss ihm den Boden unter den Füßen weg und ist für ihn bis heute nicht nachvollziehbar.
Das machte er auch im Dschungelcamp deutlich. Er ließ kein gutes Haar an den Verantwortlichen der Serie und warf dem ZDF „Verjüngungswahn“ vor. Pierre Sanoussi-Bliss betont: „Du stehst nicht gerne einfach auf der Straße nach 18 Jahren. Das war schrecklich!“ Er kritisiert nach wie vor, dass alte, schwarze Schauspieler in der deutschen TV-Landschaft keine Beachtung finden: „Seit vier Jahrzehnten rede ich über die gleichen Themen. Das hat sich auch nicht durch das Dschungelcamp geändert.“
Sanoussi-Bliss‘ Fazit ist ernüchternd: „Es ist alles wie immer. Berlin ist liebenswert ignorant wie vor dem Dschungel auch.“ Wie geht es nun für ihn weiter? Dazu sagt der 62-Jährige nur: „Ich sehe mich nicht im Reality-TV. Ich habe im Dschungelcamp nichts weiter gemacht, als ich selbst zu sein. Das ist mir auf Dauer ein bisschen zu wenig. Ich habe in den letzten 43 Jahren Texte für Rollen gelernt. Das sehe ich als meine eigentliche Arbeit an. Ich bin nicht Schauspieler geworden, um als Pierre im Fernsehen zu sitzen.“ Es bleibt also abzuwarten, was die Zukunft für Pierre Sanoussi-Bliss mit sich bringt!